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Rocamadour 2010

Am Samstag des 18. Septembers war es endlich wieder soweit. Im Verlaufe des Nachmittages trudelten bei strahlendem Sonnenschein die Teilnehmer des Seminares langsam ein. Nach dem feinen „Z nacht“ im Terminus legten sich alle relativ früh in die Koje oder in den Schlafsack.
Am nächsten Morgen sind wir voll motiviert an die St. George gefahren und hatten einen tollen TG bis zum See und natürlich zurück. Ich persönlich hatte die St. George noch nie so gut erlebt. Sie ist fast glassklar, sonst ist sie gerne milchig.
Am Nachmittag fuhr eine Gruppe zur Cabouy und wir an die Font del Truffe, wo wir auch gute Bedingungen hatten. Schade ist, dass immer mehr Gestein abgebrochen ist, was mich eigentlich nicht wundert, wenn man sieht, mit was für Gerät fremde Gruppen hinein tauchen und dann am Schluss doch nicht weiter vorstossen als wir.
Am Montagmorgen war die St. Sauveur und am Nachmittag die Cabouy angesagt, unsere andere Gruppe tauchte in der St. George. Bei der St. Saveur haben wir einen gemütlichen TG gemacht. Die Sicht war gut und am Eingang tummelten sich viele kleine Fische. Bei dem klaren Wetter war auch das Lichtspiel sehr schön.
Die Sicht in der Cabouy war mittelmässig. Wir sind uns aber nicht sicher, ob dies natürliche Ursachen hat oder ob die vielen fremden Taucher der Grund sind. Das war leider wie am Jahrmarkt. 20 Autos haben wir gezählt. Wenn man pro Auto 2 Taucher rechnet? Man sieht, das Höhlentauchen wird immer populärer.
Am Dienstag gingen die Kursteilnehmer hier in der Region tauchen, während wir an die Landenousse fuhren. Die Bedingungen waren gut, aber auch hier war die die Sicht letztes Jahr besser. Wir tauchten mit reiner Muskelkraft 600 m rein. Den Nachmittagstauchgang liessen wir sausen und rekognoszierten stattdessen die True Madame, wo wir am Mittwoch tauchen wollten.
Der Mittwoch war für uns ein anstrengender Tag. Die True Madame hatte einen tiefen Wasserstand und wir mussten viel „krabbeln“. Dafür wurden wir mit einer Supersicht belohnt. Wir tauchten 830m rein und hatten nach dem TG einen Riesenhunger. Den Rest des Tages nahmen wir es gemütlich, indem wir bei der „ex Miss France“ einkehrten. Die andere Gruppe tauchte in der Ressel, die wir morgen besuchen.

 Am Donnerstag tauchten wir in der Ressel. Je weiter rein, desto besser ist die Sicht. Ab 25m den Schacht hinunter ist sie sehr gut. Wir tauchten bis zum „Knick“ in 43 Meter Tiefe. Am Nachmittag nach dem feinen „Zmittag“ schauten wir noch in der Cunhac rein und trafen Superverhältnisse an, was bei der Cunhac nicht immer der Fall ist. Wir tauchten ca. 320m auf 40m Tiefe rein. Die andere Gruppe tauchte am Morgen in der Landenousse und am Nachmittag in der Cabouy.
Am Freitagmorgen tauchten wir in der Cabouy ca. 800m rein. Wir waren die ersten und haben es auch an der Sicht in den ersten 100m gemerkt. Kein Vergleich zum letzten Mal. Je weiter man rein geht, desto besser wird sie. Am Nachmittag verzichteten wir auf einen weiteren TG, weil es den meisten (mich inbegriffen) in den Ohren zwickte. Die andere Gruppe tauchte in der St. Georges. Die einen tauchten bis zum 2. See und waren begeistert. Haben unsere Gruppe für nächste Woche geplant.                                                                                           Am Abend konnte Oski die „Full Cave Instructor“ Urkunde in Empfang nehmen. Es ist schön, dass wir einen weiteren kompetenten Höhlentauchlehrer in unsren Reihen haben. Herzliche Gratulation.
Der Samstag war wie üblich tauchfrei. Auch wir vom Staff verzichteten. Einfach die Füsse hochlagern und nichts tun ist auch mal schön.

Am Samstagabend stiess Oli aus Deutschland noch zu uns und erzählte uns vom struben Wetter in der Schweiz und dem südlichen Deutschland. Da haben wir ja richtig Glück gehabt. Wir hatten viel Wind, aber der Regen war nicht der Rede wert.
 Am Nachmittag waren wir die Oeil de la Doux besichtigen, um zu sehen, ob sie tauchbar ist. Der Wasserstand ist viel zu tief, so dass es sich nicht lohnt.
Am Sonntag machten wir einen richtigen „geilen Dive“ in der St. Georges. Wir tauchten ca. 900m rein. Die Sicht war nach dem ersten See einfach genial. Schnapsklar! Beim Rückweg auf den letzten 100m hatten wir höchstens noch 1m Sicht. Als wir auftauchten, wussten wir warum. Eine grosse Gruppe Franzosen machte ihren Sonntagstauchgang. Die Ausrüstungen waren bemerkenswert. Nassanzüge von anno Domini mit Löchern, Spanngurte um die Flaschen, Baustellenhelme (warum nicht, besser als keiner) u.a. Kleinigkeiten. Nach dem Tauchgang durfte der Wein nicht fehlen. Sie waren sehr nett und es war trotzdem amüsant.
Die anderen tauchten am Morgen in der St. Sauveur und am Nachmittag in der Cabouy. Auch sie hatten gute Verhältnisse.
Den Montag verbrachten wir wieder einmal im Süden und waren überrascht, dass wir die einzigen an der Ressel waren. Die Verhältnisse waren nach ca. 250m hervorragend (ob am Sonntag auch hier die Franzosen los waren?).
Der nächste war ein gemütlicher TG in der Cunhac. Die anderen machten einen langen in der Cabouy und tauchten in 2 Std bis zur Poumaysson und zurück. Beachtlich.
An der St. Sauveur tauchten wir am Dienstag 160m rein. Die Verhältnisse waren genial. Als wir aus dem Quelltopf tauchten war das Lichtspiel dank der Morgensonne sensationell.
Am Nachmittag tauchten wir ganz gemütlich 1 Std. in der Font del Truffe. Sie ist immer „noch“ sehr schön. Wenn es aber so weitergeht, kann man sie bald „Font del Steinbruch“ nennen. Ich kann einfach nicht verstehen, dass man mit Doppel 12, Stage und Scooter rein taucht, um ans Ende von Siphon 2 zu tauchen, wenn überhaupt. Schade.
Am Mittwoch tauchte die eine Gruppe in der True Madame. Den leuchtenden Augen nach zu urteilen muss es ihnen gefallen haben.
Wir machten den Durchbruch Poumaysson- Gabouy. Monsieur Gabi war so nett und transportierte die Ausrüstung mit seinem Traktor zur Poumaysson, während wir zur Cabouy fuhren und zu Fuss zur Poumaysson gingen. Die 2. Gruppe hatte am Eingang die ersten Meter null Sicht. Sonst war die Sicht gut- sehr gut. Der Tauchgang war sehr schön und easy. Der Nachmittag war tauchfrei. Was bei dem sonnigen Wetter nicht schwer fiel.
Am Donnerstagmorgen tauchten wir nochmals in der Ressel. Es ist immer wieder überwältigend, darin zu tauchen. Die Felsbrocken am Anfang, dann den Schacht runter und bis zum Knick, dann der obere Gang zurück. Einfach schön.
Den Nachmittag verbrachten wir auf vielfachen Wunsch noch einmal im Font del Truffe. Haben schon einmal leise Abschied genommen von dieser wunderbaren Welt, denn morgen ist der letzte Tag.
Am Abend wurden im Terminus Susanne Scherrer und Tom Kuschel die Urkunde für das HT 3 übergeben. Sie haben den Kurs mit Bravour bestanden. Herzliche Gratulation.
Der letzte Tag ist gekommen. Wir tauchten noch einmal in der St. Georges und genossen die Supersicht, die sie im Moment hat, nochmals in vollen Zügen. Wer weiss, wann sie wieder so hervorragende Bedingungen hat.
Am Nachmittag ging es wehmütig ans Aufräumen und Packen für die Heimreise.
Beim Apéro stiessen wir auf Brunos 1000. Tauchgang an und genossen das feine Abschlussessen.
Nun sind die 2 Wochen leider schon wieder vorbei. Wir dürfen auf ein schönes, unfallfreies Seminar mit vielen Highlights zurückblicken. Ich danke allen Teilnehmern und dem Staff für die schöne Zeit. Auch Petrus hat ein Dank für das tolle Wetter in diesen 14 Tagen verdient.

Bis nächstes Jahr

Mario 

 

Einige Daten zum Seminar

Anzahl Taucher

11

Total Tauchgänge

172

Anzahl verschiedene Höhlen

10

Durchschnittliche Tiefe

31.91 m

Verbrachte Stunden  

160.85 h

Getauchte Distanz

141.09 Km                                    

 

  Folgende Höhlen wurden besucht 

  • Poumayssen - Cabouy
  • Font del Truffe
  • Cabouy
  • Landenousse
  • Cunhac
  • Poumayssen  
  • St. Sauveur
  • Ressel  
  • True Madame
  • St. Georges

 

 

 
   
     
     
     
     
     
     
   
     

   

  
       
   
     
   
     
     
     

 Fotos:

 

 

 Bruno Testorelli

 Mario Käslin

 Tom Kuschel